Donnerstag, 25. Juni 2015

Tana Toraja

Ende Mai ging es zusammen mit einem Kollegen von Jakarta ins Tana Toraja Gebiet. Von Jakarta ging es zuerst mit dem Flugzeug nach Sulawesi / Makasa, hier wurden wir von einem Fahrer erwartet und dann ging es mit dem Auto über Land. Die Fahrt dauert mit Pause etwas mehr als 8 Stunden.
Tana Toraja ist ein Regierungsbezirk in der Provinz Sulawesi Selatan, Indonesien. Mit einer Fläche von 1.990 km² und knapp 250.000 Einwohnern (2007) beheimatet sie die Volksgruppe der Toraja. Tana Toraja ist sehr gebirgig. Die Höhe schwankt zwischen 150 und 3.083 Metern über dem Meeresspiegel.
 Die Bezeichnung Toraja stammt aus dem Buginesischen to-riaja und bedeutet so viel wie „Leute da droben“, womit die im Tiefland siedelnden Bugis die Hochlandbewohner bezeichneten. Erst später wurde die Bezeichnung auch durch Europäer und von den Bewohnern als Selbstbezeichnung angenommen. Die Region war ursprünglich sehr dezentral in viele einzelne Tongkonanstrukturen unterteilt, die sich gegenseitig oft auch untereinander bekriegten. Der ursprüngliche Siedlungsschwerpunkt lag um das Sa'dantal zwischen dem heutigen Rantepao und Makale. Die Randgebiete wurden nach und nach besiedelt, indem in Tälern, die sich für den Reisanbau eigneten, neue Tochtertongkonans gegründet wurden. Erst ab ca 1860 entwickelte sich mit dem Kaffeeanbau eine Einbindung Torajas in ein überregionales Handelsnetz. Gleichzeitig mit dem Kaffeehandel entwickelte sich ein Handel mit europäischen Schießwaffen und mit Baumwollstoffen von den Bugisstaaten im Osten und Süden nach Toraja, während Kaffee oder (Toraja)-Sklaven über die Bugisstaaten und arabische Händler aus Toraja exportiert wurden.
Das Christentum, dem heute die Mehrheit der Bewohner offiziell angehören, kam mit niederländischen Missionaren 1913 nach Toraja und konnte seinen Anteil in den Jahrzehnten danach immer weiter steigern.


Der sogenannte "Venushügel" befindet sich auf dem Weg ins Tana Toraja Land.

Ausblick ins Tana Toraja Land

 
Tongkonan ist das traditionelle Ahnenhaus, rumah adat  (indonesisch: traditionelles Haus) der Toraja.
Tongkonans haben ein aus mehreren Bambusschichten bestehendes Dach in einer schiffsähnlichen Form. Wie für Indonesienstraditionelle Architektur typisch, werden Tongkonans auf Holzpfählen errichtet. Traditionell haben bei den Toraja nur die Adligen das Recht, Tongkonans zu bauen. Einfache Leute leben in kleineren und weniger aufwendigen Banua genannten Häusern.  Das Wort "Tongkonan" leitet sich aus dem Toraja-Wort tongkon („sitzen“) ab und bezeichnet den Platz, an dem die Familie sich trifft.
Einem Toraja-Mythos zufolge wurde der erste Tongkonan im Himmel auf vier Pfählen gebaut, mit einem Dach aus indischem Stoff. Als der erste Vorfahre der Toraja auf die Erde hinabstieg, imitierte er dieses erste Haus und hielt eine große Zeremonie ab. Nach einer anderen Legende wurden die Toraja bei ihrer Ankunft mit Booten aus dem Norden von einem heftigen Sturm überrascht und ihre Boote so stark beschädigt, dass sie sie als Dächer für ihre neuen Häuser verwendeten.


Die Felsengräber von Lemo. Der Name Lemo bedeutet Zitrone wegen der Form der Hügel nahe dem Dorf.

Nachbildung eines Tongkonan, damit werden die verstorbenen zur Grabstätte gebracht.
Das Dorf mit vier Reisspeichern und einem Tongkonan ist wegen der nahen Felsgräber mit Galerien von Tau Tau-Ahnenfiguren eine der Haupttouristenattraktionen in Toraja. 

Tau Tau sind geschnitzte Holzfiguren, die beim Volk der Toraja im Hochland Tana Toraja auf der Insel Sulawesi verbreitet sind.
Das Wort tau ist ein Toraja-Wort für Mensch und Tau Tau Bedeutung Menschen oder Statue. Diese Figuren werden von Holzschnitzern nach dem Abbild eines Verstorbenen geschnitzt. Während früher Tau-Taus sehr einfach geschnitzt waren und nur das Geschlecht des Verstorbenen zeigten, zeigen die Holzfiguren heute realistische Gesichtszüge des Verstorbenen und erhalten Kleidung. Die Angehörigen des Verstorbenen geben heute dem Holzschnitzer ein Bild des Verstorbenen und dieser fertigt dann die Holzfigur an. Sie werden vor den Gräbern von Verstorbenen aufgestellt.



Alex und Michael im Reisfeld



Neugeborene Babys werden in besonderen Bäumen bestattet. Es handelt sich dabei um eine besondere harzreiche  Baumart. Das Harz soll die Kinder ähnlich wie Muttermilch nähren, damit sie gemeinsam mit dem Baum wachsen, da man sie als zu jung zum Sterben ansieht. Allerdings geraten die althergebrachten Traditionen allmählich in Vergessenheit, da immer mehr Toraja in die Städte ziehen und dort nach Arbeit suchen.

Vanilleschoten zum trocknen in die Sonne gelegt
Die Toraja glauben, dass ein Erdenleben nur ein Übergang ist, und nur das Jenseits (Puya) von Bedeutung ist. Beim Tod eines Menschen verlässt die Seele zwar den Körper, aber verbleibt in der nächsten Umgebung. Der Leichnam wird darum einbalsamiert und im hinteren Teil des Hauses aufgebahrt bis das Begräbniszeremoniell vollzogen ist, was teilweise mehrere Jahre dauern kann. Um so höher der Status, um so länger wird der Leichnam im Haus aufbewahrt und um so höher die Erwartung an ein besonders große Beerdigung. Der im Haus aufbewahrte Verstorbene wird wie ein lediglich schlafendes Familienmitglied behandelt. Während früher traditionelle Kräuter verwendet wurden, um den Leichnam zu konservieren, wird heute Formaldehyd  verwendet, was allerdings auch die Knochen auflöst so dass nun keine Knochen mehr übrigbleiben.





Tau Tau Figuren in einer Felshöhle

kunstvoll geschnitzte Särge


Opfergaben, was der Verstorbene im Leben mochte

Wasserbüffel sind in Tana Toraja sehr wertvoll und werden für Beerdigungszeremonien benötigt.


In größeren Toraja-Dörfern in Sa'dan werden Häuser in einer Reihe nebeneinander angeordnet, wobei ihre Dächer in Nord-Süd-Ausrichtung mit dem vorderen Giebel nach Norden angelegt sind. Gegenüber jedem Haus liegt der Reisspeicher der Familie, alang genannt, die ebenfalls auf Holzpfählen stehen, aber kleiner als die Tongkonans sind. Die Reisspeicher sind ein Symbol für das Familienvermögen. Zusammen bilden die Reisspeicher eine zweite parallele Reihe.







Ein Tongkonan mit Dekorationen an der Wand
Bildunterschrift hinzufügen



Die Tongkonan bei Ke´te Kesu sind angeblich 500 Jahre alt; zu alt, als dass sich ein Toraja darauf berufen könnte, ein direkter Nachkommen des Gründer zu sein. Die Gebäude selbst werden jedoch ständig gewartet und erneuert, das Alter bezieht also mehr auf die Länge der Zeit, für die der Platz genutzt wurde.

besteht aus 6 Tongkonan-Häusern und 12 Reisspeicher (Alang))

Die Wasserbüffel sind ein Symbol für Macht und Reichtum, die weißen gelten als die wertvollsten. 

Die Gräber befinden sich etwa 50 Meter vom Dorf entfernt und werden teilweise auf über 500 Jahre geschätzt.Einige der traditionellen Särge (Erong) sind wie ein Boot geformt, andere wie Büffel oder Schweine. 





Felsengräber


manchmal schaut es nicht nach einer Grabstätte, sondern eher nach einer Müllsammelstelle aus


Tau Tau Ahnenfiguren


 


Unterschiedliches Begräbnissritual, hier in Lokomata werden Felsen für die Verstorbenen gesetzt.


überall findet man riesige Reisfelder
eines der bekannsten Reisfelder auf dem Weg nach Batutumonga



Wanderung durchs Reisfeld

ein Wasserbüffel will Streicheleinheiten






schön war es!!