Ende Mai ging es zusammen mit einem Kollegen von Jakarta ins Tana Toraja Gebiet. Von Jakarta ging es zuerst mit dem Flugzeug nach Sulawesi / Makasa, hier wurden wir von einem Fahrer erwartet und dann ging es mit dem Auto über Land. Die Fahrt dauert mit Pause etwas mehr als 8 Stunden.
Tana Toraja ist ein Regierungsbezirk in der Provinz
Sulawesi Selatan,
Indonesien. Mit einer Fläche von 1.990 km² und knapp 250.000 Einwohnern (2007) beheimatet sie die Volksgruppe der Toraja. Tana Toraja ist sehr gebirgig. Die Höhe schwankt zwischen 150 und 3.083 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Bezeichnung Toraja stammt aus dem
Buginesischen to-riaja
und bedeutet so viel wie „Leute da droben“, womit die im Tiefland
siedelnden Bugis die Hochlandbewohner bezeichneten. Erst später wurde
die Bezeichnung auch durch Europäer und von den Bewohnern als
Selbstbezeichnung angenommen. Die Region war ursprünglich sehr dezentral
in viele einzelne
Tongkonanstrukturen
unterteilt, die sich gegenseitig oft auch untereinander bekriegten. Der
ursprüngliche Siedlungsschwerpunkt lag um das Sa'dantal zwischen dem
heutigen Rantepao und Makale. Die Randgebiete wurden nach und nach
besiedelt, indem in Tälern, die sich für den Reisanbau eigneten, neue
Tochtertongkonans gegründet wurden. Erst ab ca 1860 entwickelte sich mit
dem Kaffeeanbau eine Einbindung Torajas in ein überregionales
Handelsnetz. Gleichzeitig mit dem Kaffeehandel entwickelte sich ein
Handel mit europäischen Schießwaffen und mit Baumwollstoffen von den
Bugisstaaten
im Osten und Süden nach Toraja, während Kaffee oder (Toraja)-Sklaven
über die Bugisstaaten und arabische Händler aus Toraja exportiert
wurden.
Das Christentum, dem heute die Mehrheit der Bewohner offiziell
angehören, kam mit niederländischen Missionaren 1913 nach Toraja und
konnte seinen Anteil in den Jahrzehnten danach immer weiter steigern.
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| Der sogenannte "Venushügel" befindet sich auf dem Weg ins Tana Toraja Land. |
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| Ausblick ins Tana Toraja Land |
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| Tongkonan ist das traditionelle Ahnenhaus, rumah adat (indonesisch: traditionelles Haus) der Toraja. |
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Tongkonans haben ein aus mehreren Bambusschichten bestehendes Dach in einer schiffsähnlichen Form. Wie für Indonesienstraditionelle Architektur typisch, werden
Tongkonans auf Holzpfählen errichtet. Traditionell haben bei den Toraja nur die Adligen das Recht,
Tongkonans zu bauen. Einfache Leute leben in kleineren und weniger aufwendigen
Banua genannten Häusern. Das Wort "Tongkonan" leitet sich aus dem Toraja-Wort tongkon („sitzen“)
ab und bezeichnet den Platz, an dem die Familie sich trifft.
Einem Toraja-Mythos zufolge wurde der erste
Tongkonan im Himmel
auf vier Pfählen gebaut, mit einem Dach aus indischem Stoff. Als der
erste Vorfahre der Toraja auf die Erde hinabstieg, imitierte er dieses
erste Haus und hielt eine große Zeremonie ab.
Nach einer anderen Legende wurden die Toraja bei ihrer Ankunft mit
Booten aus dem Norden von einem heftigen Sturm überrascht und ihre Boote
so stark beschädigt, dass sie sie als Dächer für ihre neuen Häuser
verwendeten.
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| Die Felsengräber von Lemo. Der Name Lemo bedeutet Zitrone wegen der Form der Hügel nahe dem Dorf. |
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| Nachbildung eines Tongkonan, damit werden die verstorbenen zur Grabstätte gebracht. |
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| Das Dorf mit vier Reisspeichern und einem Tongkonan ist wegen der nahen Felsgräber mit Galerien von Tau Tau-Ahnenfiguren eine der Haupttouristenattraktionen in Toraja. | |
Tau Tau sind geschnitzte Holzfiguren, die beim Volk der Toraja im Hochland Tana Toraja auf der Insel Sulawesi verbreitet sind.
Das Wort
tau ist ein Toraja-Wort für
Mensch und
Tau Tau Bedeutung
Menschen oder
Statue.
Diese Figuren werden von Holzschnitzern nach dem Abbild eines
Verstorbenen geschnitzt. Während früher Tau-Taus sehr einfach geschnitzt
waren und nur das Geschlecht des Verstorbenen zeigten, zeigen die
Holzfiguren heute realistische Gesichtszüge des Verstorbenen und
erhalten Kleidung. Die Angehörigen des Verstorbenen geben heute dem
Holzschnitzer ein Bild des Verstorbenen und dieser fertigt dann die
Holzfigur an. Sie werden vor den Gräbern von Verstorbenen aufgestellt.
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| Alex und Michael im Reisfeld |
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| Neugeborene Babys werden in besonderen Bäumen bestattet. Es handelt sich dabei um eine besondere harzreiche
Baumart. Das Harz soll die Kinder ähnlich wie Muttermilch nähren, damit
sie gemeinsam mit dem Baum wachsen, da man sie als zu jung zum Sterben
ansieht. Allerdings geraten die althergebrachten Traditionen allmählich
in Vergessenheit, da immer mehr Toraja in die Städte ziehen und dort
nach Arbeit suchen. |
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| Vanilleschoten zum trocknen in die Sonne gelegt |
Die Toraja glauben, dass ein Erdenleben nur ein Übergang ist, und nur das Jenseits (Puya) von Bedeutung ist. Beim Tod eines Menschen verlässt die Seele zwar den Körper, aber verbleibt in der nächsten Umgebung. Der Leichnam wird darum einbalsamiert
und im hinteren Teil des Hauses aufgebahrt bis das Begräbniszeremoniell
vollzogen ist, was teilweise mehrere Jahre dauern kann. Um so höher der
Status, um so länger wird der Leichnam im Haus aufbewahrt und um so
höher die Erwartung an ein besonders große Beerdigung. Der im Haus
aufbewahrte Verstorbene wird wie ein lediglich schlafendes
Familienmitglied behandelt. Während früher traditionelle Kräuter
verwendet wurden, um den Leichnam zu konservieren, wird heute Formaldehyd verwendet, was allerdings auch die Knochen auflöst so dass nun keine Knochen mehr übrigbleiben.
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| Tau Tau Figuren in einer Felshöhle |
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| kunstvoll geschnitzte Särge |
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| Opfergaben, was der Verstorbene im Leben mochte |
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| Wasserbüffel sind in Tana Toraja sehr wertvoll und werden für Beerdigungszeremonien benötigt. |
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| In größeren Toraja-Dörfern in Sa'dan werden Häuser in einer Reihe
nebeneinander angeordnet, wobei ihre Dächer in Nord-Süd-Ausrichtung mit
dem vorderen Giebel nach Norden angelegt sind. Gegenüber jedem Haus
liegt der Reisspeicher der Familie, alang genannt, die ebenfalls
auf Holzpfählen stehen, aber kleiner als die Tongkonans sind. Die
Reisspeicher sind ein Symbol für das Familienvermögen. Zusammen bilden
die Reisspeicher eine zweite parallele Reihe. |
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| Ein Tongkonan mit Dekorationen an der Wand |
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| Bildunterschrift hinzufügen |
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| Die Tongkonan bei Ke´te Kesu sind angeblich 500 Jahre alt; zu alt, als dass sich ein Toraja darauf
berufen könnte, ein direkter Nachkommen des Gründer zu sein. Die Gebäude
selbst werden jedoch ständig gewartet und erneuert, das Alter bezieht
also mehr auf die Länge der Zeit, für die der Platz genutzt wurde. |
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| besteht aus 6 Tongkonan-Häusern und 12 Reisspeicher (Alang)) |
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| Die Wasserbüffel sind ein Symbol für Macht und Reichtum, die weißen gelten als die wertvollsten. | |
Die Gräber befinden sich etwa 50 Meter vom Dorf entfernt und werden teilweise auf über 500 Jahre geschätzt.Einige der traditionellen Särge (Erong) sind wie ein Boot geformt, andere wie Büffel oder Schweine.
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| Felsengräber |
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| manchmal schaut es nicht nach einer Grabstätte, sondern eher nach einer Müllsammelstelle aus |
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| Tau Tau Ahnenfiguren |
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| Unterschiedliches Begräbnissritual, hier in Lokomata werden Felsen für die Verstorbenen gesetzt. |
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| überall findet man riesige Reisfelder |
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| eines der bekannsten Reisfelder auf dem Weg nach Batutumonga |
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| Wanderung durchs Reisfeld |
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| ein Wasserbüffel will Streicheleinheiten |
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| schön war es!! |